"Der Schimmelreiter" am Puppentheater Altenburg-Gera (2026)
"Herr, nimm mich, verschone die anderen!“ Hauke Haien
Theodor Storms Novelle Der Schimmelreiter aus dem Jahr 1888 erzählt von Sturmflut und Deichbruch, von Verantwortung und von der Frage, warum Menschen Gefahren erkennen, aber dennoch zu spät handeln. Die Inszenierung setzt dort an, wo alles bereits geschehen ist: nach der Katastrophe. Die Sturmflut ist über die Jevershallig gekommen, der Deich ist gebrochen, Menschen sind gestorben. Ausgehend von der Zerstörung wird die Geschichte von hinten aufgerollt. Aus dem Nebel der Erinnerung melden sich die Stimmen der Vergangenheit und suchen nach Erklärungen. Wie konnte es so weit kommen? Wer ist schuld? Deichgraf Hauke Haien, der mit Vermessungen, Berechnungen und neuem Wissen gegen die Gewalt des Meeres antritt? Oder jene, die dem Überlieferten vertrauen, alten Zeichen folgen und wünschen, dass alles so gemacht wird, wie sie es schon immer kennen, weil sie dem misstrauen, was sich nicht sehen, aber berechnen lässt? Zwischen technischem Fortschritt und abergläubischem Beharren wächst ein Konflikt, der schließlich alle mit in die Katastrophe führt. Präsentiert wird die Geschichte von einem einzelnen Spieler, der in einem offenen Bühnenraum mit überlebensgroßen Seilzugpuppen agiert und sie vor der Weite der nordfriesischen Landschaft in die Auseinandersetzung zieht.
Premiere am 5. September 2026 Inszenierung: Christine Zeides Spiel: Christopher Breust Textfassung/Puppen/Bühne/Musik-Arrangement: Christine Zeides Dramaturgische Mitarbeit: Susanne Koschig mit freundlicher Unterstützung der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Abteilung Zeitgenössische Puppenspielkunst sowie der Gewerke am Theater Altenburg-Gera
"Revolutionists" am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg
Co-Regie: Miguel Lugasi Deutschsprachige Erstaufführung des Dramas von Lauren Gunderson
Paris 1793. Aus der Hoffnung auf eine gerechtere Gesellschaft ist ein Terrorregime geworden. Dem Traum von einer Gleichberechtigung der Geschlechter wird mit Gewalt begegnet. Die Französische Revolution frisst ihre Frauen. In einer Zeit der Wirren und des Schreckens begegnen sich vier von ihnen: Schriftstellerin Olympe de Gouges, haitianische Aktivistin Marianne Angelle, Killerin Charlotte Corday und Ex-Königin Marie-Antoinette finden unterschiedliche Antworten auf dasselbe Problem. Was darf’s also sein? Manifeste, Morde oder Modetipps? In jedem Fall: Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit! Aus wortwitzigen Dialogen und tragikomischen Verstrickungen schälen sich in „The Revolutionists“ die Exklusionsmechanismen der Französischen Revolution, in der, wenn von allen die Rede war, längst nicht alle gemeint waren.
Die amerikanische Autorin Lauren Gunderson gilt als eine der wichtigsten feministischen Stimmen in der amerikanischen Theaterlandschaft, ihre Stücke gehören zu den meistgespielten in den USA. Mit der deutschsprachigen Erstaufführung von „The Revolutionists“ holt das ETA Hoffmann Theater ihre temporeiche Komödie nach Deutschland.
Premiere am 11. März 2027 https://theater.bamberg.de/stuecke/the-revolutionists/
"Das Käthe-Müller-Prinzip"
Stückentwicklung mit Veronika Maslikova Schaubude Berlin Premiere Oktober 2027